Gesundheit und Wissen

Tapen, Kleben und Binden – Wie bindet man Ohren richtig?

Ohren binden? Kleben oder Tapen? Ein etwas spezifischeres Thema, das nicht so häufig in der Expertenrunde auf der Hundewiese auftaucht. So ist es im Hundesport jedoch eine ganz normale Praxis. Diskussionen darüber ob ein Hund so wie er ist schön ist, es eine sinnlose Praktik ist oder ob das unbedingt sein muss, möchte ich nicht anfangen; da gewinnt keiner. 😉

Dein Welpe stellt seine Ohren nicht auf? Die Ohren kippen ständig runter? Die Ohren sind zu weiche und knicken oft oder dauernd?

Ich erkläre dir hier, wie du es richtig anstellst, wie oft und wie lange du die Ohren deines Welpen binden/wickeln solltest und warum man das bei manchen Welpen überhaupt macht.

 

Ohren wickeln: Wieso macht man das überhaupt?

Jeder hat sicherlich seine eigenen Gründe und kann dir vielleicht auch die ein oder andere tolle Geschichte zu dem Thema erzählen. Eines haben alle Storys und Überzeugungen gemeinsam: Einen Hund der eigentlich Stehohren haben sollte, aber diese keine Anstalten machen sich von alleine komplett aufzurichten. (Oder fester zu werden. Ein zu weicher Knorpel lässt die Ohren manchmal zwar stehen, aber sie wippen und wackeln umher.)

 

Jedenfalls wickelt/bindet man die Ohren, damit sie eben das tun – sie Stehen.  

Wenn du also einen Welpen hast der von seiner Genetik her stehende Ohren haben sollte, aber bisher nur so lustig labbrige Löffel umher schwingt, dann liest du jetzt einfach in aller Ruhe weiter.

Hast du einen Welpen der eigentlich Schlapp- oder Kippohren hat und du unbedingt Stehohren möchtest, dann kannst du gerne den Artikel genießen aber ich sage euch beiden, dir und deinem Hund, eine schlabbrige Ohrenzukunft voraus. 🙂

 


Grüne fürs Ohren binden:

 

  • Das Risiko im Hundesport ist mit Schlappohren je nach Sportart erhöht. Zumindest nimmt man das an und stellt deswegen die Ohren lieber auf, als sie kippen zu lassen.
  • Bei einer Verletzung am Ohr ist das Risiko eines Blutohrs, bei Kipp-/Schlappohren, erhöht. Zumindest treten solche Verletzungen häufiger bei weichen Ohren auf. Auch sind hängende Ohren im Falle einer Streiterei unter Hunden leichter verletzt als die Stehenden. (Habe ich leider oft erleben müssen, dass die Schlapplöffel schneller Kollateralschaden sind als die Stehenden.)
  • Ohren die eigentlich stehen sollten und schließlich gekippt bleiben können sich, in seltenen Fällen, an der Kippstelle entzünden.
  • Kipp- und Schlappohren sind zwar superniedlich und ich mag es einen Hund mit solchen zu streicheln; das fühlt sich so toll knautschig an. 😀 leider, muss man solchen Ohren viel mehr pflegen, zumindest kommt das häufig vor.
  • Es ist einfach ein Makel und der Hundebesitzer, der z. B. einen Deutschen Schäferhund hat, möchte natürlich das dessen Ohren supergut stehen. (Zum Glück haben wir alle unseren eigenen Geschmack.)

 


Gründe gegen das Ohren binden:

 

  • Der Welpe muss Tage-/Wochenlang mit gebundenen Ohren leben.
  • Bei falscher Umsetzung kann es dem Baby wehtun.
  • Es können Schäden am Ohr entstehen, wenn zum Beispiel das Ohr zu fest gewickelt wurde.
  • Und natürlich noch die persönliche Überzeugung das man Hunde einfach so lässt, wie sie sind und hänge, Öhrchen völlig in Ordnung sind.

 


Wie macht man das überhaupt?

 

Die beiden gängigsten Methoden um Ohren beim Aufstellen zu unterstützen ist einmal das Tapen, Binden oder Wickeln. Dabei wird das Ohr mithilfe einer Schaumstoffrolle unterstützt und dementsprechend gewickelt. Die zweite, eher seltene, Methode ist das Einkleben von Schalen. Dabei werden Schablonen aus festem Schaumstoff in das Ohr geklebt und bei Bedarf mit klebenden Tape noch befestigt.

Jede Methode hat ihre Vorteile und auch Nachteile. Ich bevorzuge die alt bewährte Variante und wickle die Öhrchen mit einer Schaumstoffrolle als Unterstützung.

 

Wann macht man das?

Es wird von Veterinären empfohlen, wenn man schon unbedingt die Ohren binden möchte, es frühestens während des Zahnwechsels anzufangen. Welpen zahnen meist im Alter von 4 bis 6 Monaten. Ich habe mich mit ein paar Tierärzten dazu unterhalten und ich bekam den Rat es bis spätestens 12 Monaten gemacht zu haben.

 

Um den einen Veterinär zu zitieren:

„ Da tut sich nach einem Jahr nichts mehr. Lieber früher, wenn der Knorpel noch weich ist.“

 

Solltest du einer der Hundebesitzer sein, der sich denkt: “Nein! Wir machen das auch jetzt noch!”
Dann muss das Binden minimum 6 Monate gemacht werden, um vielleicht Erfolg zu haben. In dem Fall sage ich aber, Vorsicht! Regelmäßig neu binden, Ohren kneten und reinigen. Das ist keine Empfehlung von mir und du handelst auf eigenes Risiko.

Und jetzt die Anleitung auf die vermutlich gewartet hast; aber ein paar Dinge mussten vorher erklärt werden. 😉

Hier also ein kurzer Überblick:

 


Schritt für Schritt Anleitung:

 


Und um noch das “Wie oft und wie lang” zu klären:

 

 


 

Ich kann euch nicht viel Glück wünschen, sondern nur viel Geduld und starke Nerven. Der kleine Wurm wird sich vielleicht immer wieder über sein Schicksal beschweren und versuchen seine Ohrenstütze loszuwerden. Da heißt es nur Durchhalten und Tee trinken. 🙂

Aber ich freue mich darauf zu hören, wie es bei euch gelaufen ist und hätte sehr gerne vorher und nachher Bilder. Von Phelan bekommst du natürlich auch welche zu sehen.

 

Hier eine Umfrage dazu, damit ich lerne meine Artikel und Bilder noch besser zu gestalten:

 

 

Bis bald mit stehenden Ohren,

 

the small pack

 

 

Alle Grafiken entstammen meiner kreativen Feder. Nur kopieren oder verwenden, wenn du mich auch verlinkst. – Danke <3 –
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Bloggerin, Hundemama und kreativer Kopf

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