Alltag,  Erziehung und Training

Silvester, Weihnachten und Weihnachtsmarkt – Vorbereitung auf die Feiertage mit Hund

„Silvester mit Hund“, „Weihnachten mit Hund“ und natürlich „Hund auf den Weihnachtsmarkt mitnehmen“. Die drei Top Themen für Hundebesitzer im Dezember. Oder doch nicht? Anlässlich der Jahreszeit und des aktuellen Monats sollten wir uns über diese besinnliche,ruhige und romantische Zeit unterhalten. (Stell dir bitte an dieser Stelle ein Räuspern unter vorgehaltener Hand vor.)

Jeder kennt diese Werbebilder von„Trixie“ oder dem bekannten Tierladen „Fressnapf“ auf denen eine Familie/ein Hundebesitzer mit einem glücklich strahlenden Jack Russel vor einemWeihnachtsbaum posieren und die Welt heile wirkt. Es werden Weihnachtsspielzeug für den Hund beworben, Hundemäntelchen oder Adventskalender für den Schnuffel angepriesen und hübsch in Szene gesetzt. Natürlich springt da der ein oder andere auf und denkt sich: „Das möchte ichauch für meinen kleinen Schatz!“

Du kannst deinem Hund alles kaufen und schenken, was du möchtest. Aber überleg dir bei dem einen oder anderenArtikel, ob das wirklich sein muss. Muss ein Golden Retriever wirklich einen Steppmantel mit Plüschkragen tragen, braucht eine französische Bulldogge unbedingt einen Schal oder muss ein Deutscher Schäferhund den kleinen Plüsch Schneemann mit quietsche zum Spielen bekommen? Das ist dann letztendlich deine Entscheidung. 😉

So nun aber zu den wichtigen Themen in diesem Monat.

Weihnachten und Weihnachtsmarkt mit Hund.

Wie’s klappt ohne Weihnachtsbaum Rodung im eigenen Wohnzimmer und geklautem Lebkuchen Haus.

Ist es das erste Weihnachten fürdeinen Hund? War das vergangene Weihnachten ein Chaos mit Hundesabber und getöteten Lebkuchenmann? Oder ist dein Schnuffel ein Weihnachtsveteran und kennt das „Oh du Fröhliche!“ auswendig?

Für die erfahrenen unter den Hundebesitzern, mit weihnachtserprobten Hunden, kann ich nur sagen: Ein schönes Fest und tolle Feiertage. Für vielleicht dich, mit aufgeregten Hund, der den Weihnachtsmann für einen Schutzdienst Figuranten hält und glaubt der Baum im Wohnzimmer ist eine mobile Toilette, für dich habe ich einige Tipps.

1. Weihnachtsbaum, Dekoration und Lichterketten.

Möchtest du einen großen tollen Weihnachtsbaum kaufen und in dein Wohnzimmer stellen, sei dir bewusst das er für manchen Hund wie ein riesen großes Spielzeug aussehen kann. Wähle deine Deko so aus, dass sie nicht unbedingt aus Glas oder anderen „gefährlichen“ Materialien ist. Falls doch mal mit einer Kugel oder einer Girlande gespielt wird.

Lichterketten gibt es mit Batterie-/Akkubetrieb. So hast du eine geringere Stromspannung, kein Kabel, dasvom Baum weggeht und trotzdem eine schöne Beleuchtung. 😉

Und was deine Weihnachtspyramide mit den schönen Kerzen angeht: Stell sich hoch und geschützt auf, oder lass sie dieses Jahr weg. 😉

Übe falls du die Möglichkeit hast,mit deinem Schnuffel das die tollen Sachen für ihn tabu sind. Dabei ist es egal ob du einen Welpen/Junghund (wie ich gerade) oder einen Erwachsenen/Senior hast. Kennt dein Hund Weihnachten nicht und ist gerne mal neugierig, solltet ihr beiden das Thema „besprechen“. Sobald der Baum ins Haus kommt, deinen Schnuffel an das neue Objekt führen und dabei klar stellen das dieser Baum kein Klo oder ein großes Stöckchen ist. Das Gleiche machst du mit der ganzen anderen Deko.

2. Weihnachtsmarkt und sonstige Veranstaltungen.

Du hast einen Welpen und möchtest ihm die Welt zeigen, mit ihm etwas erleben und ihn natürlich einen gut erzogenen Hund heranziehen. Das kann ich verstehen und auch kann ich verstehen, dass sich der Weihnachtsmarkt anbietet. Bitte versuche nicht, deinen 8 Wochen jungen Welpen um 19 Uhr über den überfüllten Weihnachtsmarkt zu schleifen und ihn so vielen Menschen auszusetzen. Das wäre zu viel des Guten!

Geht lieber an einem Vormittag/Mittag für vielleicht 20 Minuten zum Weihnachtsmarkt. Halte dir immer die Option offen, sofort zu gehen oder eine Pause (ruhiger Ort an Rand) einzulegen. Wasser, Leckerli und ein Spielzeug sollten dabei sein. (Wie immer gilt es zu belohnen, auf den Hund einwirken zu können und natürlich Trinken anbieten zu können.) So eine Erfahrung möchte in Ruhe gemacht werden. Eine neue Situation sollte immer positiv und möglichst ohne zu großen Stress erlebt werden.

Das Gleiche gilt auch für deinen Hund, wenn er erwachsen ist, oder schon etwas älter. Überlege dir gut, ob du deinem Liebling das zumuten kannst und möchtest.

Weihnachtsfeiern von der Arbeit oder kleinere Veranstaltungen von Freunden können natürlich für den Hund eine tolle Zeit bedeuten. Leider kann es aber auch unnötigen Stress für ihn und dich darstellen. Entscheiden auch, hier ob es nötig ist, deinen Hund mitzunehmen.

Und jetzt das gruseligste, größte und alle in den Wahnsinn treibende Ereignis des Jahres. (Ein bisschen Ironie musste ich mir erlauben. :D)

Silvester mit Hund

Es sind nur ein paar Minuten, aber sie bedeuten für viele eine wochenlange Vorbereitung und jede Menge Stress.

Ich kann dich jetzt schon beruhigen: Silvester ist nicht schlimm für deinen Hund.

Wie ich diese sehr groß spurige Behauptung machen kann?

Ganz einfach: Ich habe bisher jeden (Ja das klingt nach einer maßlosen Übertreibung. Ist es aber nicht.), aber auch wirklich jeden Hund zu einer freudigen oder zumindest neutralen Haltung gegenüber Silvester bringen können. Zumindest jeden Hund, den ich bisher selbst hatte, an Silvester betreuen durfte oder darauf vorbereiten sollte. Und mit den folgenden Tipps schaffst du das auch. 🙂

Wie immer beim Üben eines neuen Kommandos oder einer Situation, ist das richtige Loben und auch dein maximaler Einsatz wichtig. Ich garantiere also keinen Erfolg durch das Lesen von diesem Artikel. Ich kann keine Ferndiagnose stellen, ob du und dein Hund das vorgeschlagene richtig umgesetzt habt. Aber ich wünsche euch beiden (oder doch deinem Rudel?) Viel Erfolg! 🙂

Je nachdem ob dein Hund von Grund auf schreckhaft und fluchtgefährdet ist oder eher aufgeschlossen und gefestigt,sollte deine Übung langsamer oder mit dem Sprung ins kalte Wasser gemacht werden.

Dein Hund neigt dazu bei Angst wegzulaufen, sich aus seinem “Super-Spezial-Sicherheitsgeschirr” wie Houdini zuwinden und am ganzen Körper zu zittern? Dann solltest du deine Übung besonders langsam und vorsichtig aufziehen. Auch solltet ihr beiden so oft es geht üben. Häufigere Wiederholungen sind gerade hier sehr wichtig.

Meine Empfehlung: eine Paintball Halle oder ein Schützenverein.

Das klingt sehr abwegig, aber das ist es keineswegs.

Wenn du eine Paintball Halle in deiner Nähe hast, hast du schon gewonnen. Mein Mann und ich waren bis vor ein paar Jahren aktiv in diesem Sport unterwegs. Der Lärm, der dabei entsteht (Die Markierer machen einen Höllenlärm.) ist super zum Üben. Dein Hund kann sich an Knallgeräusche gewöhnen ohne das ihm etwas passiert. Wende dich an die Hallenbetreiber und frage, ob du mit deinem Hund zum Üben vorbei kommen kannst. Natürlich nicht auf das Spielfeld, sondern nur bis zum Eingang der Halle. Im Sommer haben auch die Außenfelder geöffnet, dort kannst du das ganze auch draußen üben. Aber für den Winter muss es eine Halle tun.

Was einen Schützenverein angeht, solltest du vorher abklären, ob du mit deinem Hund in die Nähe kommen darfst, ob der Bereich sicher ist und es erlaubt ist sich mit Hund dort aufzuhalten.


Die Übung

Schritt 1: Dein Hund und du kommt am Gelände an. Den Lärm wird man kaum hören, aber schon wahrnehmen. Also ist das aus dem Auto steigen/ankommen schon wichtig. Hier heißt es loben, loben und noch mehr loben. „Hier ist es cool, hier gibt es Spaß und hier wird es niemals schlimm.“ Fang gerne ein Spiel an oder füll deinen Liebling mit ein paar Leckerlis ab. 😉

Schritt 2.1: Beim Nähern an die Halle, also dem Lärm, machst du bitte keine große Show daraus. Ihr beiden geht ja nur da hin. Es ist also nicht nötig, beruhigend auf den Hund einzureden und wie ein Mantra „Es ist doch alles guuuuut mein Schatz.“, zu wiederholen. Schauspieler deine eigene Nervosität zu einer neutralen Haltung und zieh es durch. (Ich weiß, ich hab gut reden. Aber du wirst das schaffen.)

Schritt 2.2: Sträubt sich dein Liebling, will sogar die Flucht ergreifen, halte kurz inne. Lass deinem Hund die Zeit sich kurz zu beruhigen; dabei aber nicht bedauern oder die Aufregung zu groß werden lassen. Ist es Zeit weiter zu gehen, mach es ohne dabei zu sehr auf deinen Hund einzuwirken.

Schritt 2.3: Ist dein Schnuffel eher neugierig oder vielleicht auch unbeeindruckt, so kannst du ganz entspannt zur Halle gehen und sie betreten. (Vorausgesetzt es ist euch erlaubt worden reinzukommen. Manche Hallenbetreiber erlauben keine Hunde in der Halle, leider auch nicht im Eingangsbereich. Deswegen solltest du vorher anrufen oder dort selbst hinfahren und nachfragen.)

Sofern du nicht in die Halle gehen darfst, muss leider nur der Bereich vor der Tür reichen. Aber dürft ihr hinein, stürzt euch ins Abenteuer. Paintballspieler sind Hunde gewöhnt. Auf Turnieren und Veranstaltungen haben viele ihre Hunde dabei und lassen sie auch gemeinsam spielen und toben. Also werdet ihr sicherlich nicht böse angeguckt. 😀 Keine Angst, die beißen nicht!

Schritt 3: Leute rufen Laut, es knallt und der Lärm hallt in der Halle wieder. Dem Lärm und den Reizen ausgesetzt reagiert jeder Hund anders. Hier musst du individuell reagieren und auch selbst entscheiden, wann Schluss ist. Halte dich am Anfang ca. 10 Minuten dort auf, lobe dabei deinen Schatz ausgiebig und spiel mit ihm, sofern es ihm möglich ist. Danach geht ein Stück Gassi und macht eine Pause von der Aufregung. Anschließend das Ganze wieder von vorne. Zwei bis drei Wiederholungen wären für den Anfang gut und dann geht auch schon wieder nach Hause. Dein Hund wird lernen, dass der Lärm und das Knallen nichts Schlimmes sind und sich daran gewöhnen.

Die Bilder sind von Ari, als es Baldur noch nicht gab. Er und später Baldur haben uns stehts beim Training oder an Spieltagen begleitet.

Silvester ohne Übung entspannt erleben.

Hattest du keine Gelegenheit mit deinem Hund zu üben oder hast dich nicht an dieses Training getraut, ist das kein Grund zur Panik.

„Der 31.12. ist ein Tag wie jeder andere.“ – Merke dir diesen Satz ganz genau. Ob du nun geübt hast oder nicht. Ziehe den Tag so normal durch wie es möglich ist und mach nicht schon um 12 Uhr mittags eine Miene als würdest du deinen Hund zur Schlachtbank führen. Dein Liebling wird das merken und unnötig aufgeregt oder verunsichert.

Wie’s klappt:

Füttere deinen Hund wie gewohnt am Abend. Aber nicht erst um 22 Uhr, er sollte genügend Zeit zwischen drin haben, um zu verdauen. So hat er um 24 Uhr nicht noch die komplette Mahlzeit im Bauch und kommt nicht in die unangenehme Situation sich vor Aufregung übergeben zu müssen. Geh ruhig um 22/23 Uhr kurz mit deinem kleinen Monster Gassi. Oft sind dann schon ein paar Knaller zu hören oder zu sehen. Das gibt dir die Gelegenheit, nochmal zu Üben und deinen Hund auf die Stunde mit Lärm vorzubereiten. Vielleicht hast du sogar ein paar kleinere Knaller gekauft und testest sie ohne andere Menschen damit zu stören auf dem Feld. Nimm dazu einen Freund mit, damit du dich voll und ganz auf deinen Hund konzentrieren kannst.

Um 23:30 hast du zwei Möglichkeiten: 1. Du bleibst wo du bist, und genießt die Nacht. Oder 2. Du gehst/fährst mit deinem Hund und Gästen aufs Feld und ihr habt ein Silvester unter freien Himmel.

Ersteres machen wir immer dann, wenn wir keine unerfahrenen oder ängstlichen Hunde bei uns Zuhause haben.

Wir lassen die Rollläden runter und gehen um 24 Uhr in unseren Garten, lassen eine Terrassentür offen und schauen den Nachbarn beim Knallen zu. Die Rollläden haben den Zweck das unsere Hunde selbst entscheiden können ob sie drinnen im dunklen, ohne Lichter, bleiben wollen; oder ob sie mit uns nach draußen kommen wollen. Immer wieder sehen wir nach ob alle noch da sein, oder ob einer alleine drinnen ist und kümmern uns auch um den jenigen.

Wenn du in einer Wohnung lebst, kannst du dich entscheiden, ob du aus der Wohnung gehen möchtest, auf den Balkon oder ob ihr lieber drinnen bleibt.

Entscheide dich immer so, dass dein Hund sich damit auch wohlfühlt.

Um 24 Uhr sollest du deinen Hund jedoch nicht alleine lassen und weggehen. Es ist für deinen Schatz unverständlich, wieso du ihn in diesem Lärm alleine lässt. Eine gute Bindung baut auch auf das Vertrauen auf, dass man immer für einander da ist.

Die zweite Möglichkeit habe ich persönlich am liebsten.

Um ca. 23:30 fahren wir mit einem oder zwei Autos auf die Felder raus. Wir haben meistens Glühwein, Sekt, Leckerlis und Leuchtbälle dabei. Unsere Hunde tragen entweder nur Halsbänder mit Leuchtie oder, für die unerfahrenen oder ängstlichen, ein Geschirr mit Leuchtie und Schleppleine.

Wir genießen die Nacht draußen mit Freunden und unseren Hunden. Man kann die Feuerwerke in der Ferne ansehen und dabei mit den Hunden spielen. Für mich ein perfektes Silvester. Anschließend geht’s wieder nach Hause und wir lassen die Nacht ausklingen.


Ich kann dir empfehlen, für deinen Hund ein Geschirr zu verwenden das „ausbruchsicher“ ist. Sofern er etwas schreckhaft ist. Leine deinen Hund niemals an Silvester ab wenn du dir nicht zu 100 % sicher bist ob er, aus Angst, weglaufen würde.


Bei beiden Varianten gebe ich dir noch den Tipp: Lobe deinen Hund beim Feuerwerk, biete Leckerlis an und versuche mit ihm zu spielen. Niemals, wirklich niemals, den Hund bedauern oder dauerhaft mit säuselnder Stimme auf ihn einreden. „Gleich ist es vorbei mein Schatz. Gaaaaaaaaaarnicht schlimm, du hast es gleich geschafft.“ – Diese Sätze habe ich so oft gehört und dabei einen Hund gesehen, der mit gekrümmten Rücken und riesen Kuller Augen zitterte. Ich weiß du möchtest deinen Liebling beruhigen oder ihm Sicherheit geben, aber so erreichst du das Gegenteil.

Eher sollte es so aussehen: „MeinBester! Superklasse!“ – Leckerli und weiter… „Jippie! Komm mit wir gehen dahin. Oh so Super!“ – Spielzeug raus zaubern und ab geht’s! Dein Hund erlebt deine Emotionen mit und lernt von dir. Sei also ein gutes Beispiel und geh mit deinem Schnuffel durch die Situation, ohne Mitleid oder Nervosität.


Setzte deinen Hund bitte auch nicht unter Drogen. Beruhigungs Tabletten, Bachblütentropfen und sonstige „Angst-Weg-Räucherstäbchen“ braucht dein Hund nicht. Hunde reagieren auf unbekannte oder gruselige Situationen steht’s verschieden, aber als Besitzer/Rudelführer/Hundeführer/Frauchen/Papi/… kannst du deinem Schnuffel jedeAngst nehmen. Mit Übung und Souveränität bringst du deinem Liebling bei, Silvester und sonstige Ereignisse entspannt anzugehen. Dazu braucht es keine Pillen und Tröpfchen, sondern viel Geduld, tolle Leckerlis und eine entspannte Haltung.


Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig die Sorge um Silvester nehmen und nützliche kleinere Tipps zu Weihnachtengeben.

Schöne Feiertage und ein tolles Silvester!

the small pack

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Bloggerin, Hundemama und kreativer Kopf

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