Erziehung und Training

10 Tipps – Wie du mit deinem Hund erfolgreich trainieren und ihm neues beibringen kannst

Mit der Erziehung und dem Training ist das so eine Sache. Es kommen häufig Leute zu mir und fragen mich: „Wie mache ich es richtig?“, „Was kann ich falsch machen?“, „Warum macht das der Hund einer Freundin viel besser und schneller?“ Meine häufigste Antwort ist darauf: „ Hol mal deinen Hund und zeig mir wie ihr immer übt.“

 

Dich kann ich jetzt nicht fragen, ob du mir das zeigen kannst. Aber ich kann dir hilfreiche Tipps mit auf euren Weg geben, damit das in Zukunft gut klappen kann.

 

1 .Bleib ruhig

Das klingt erst einmal so banal, ist aber umso wichtiger. Deswegen ist es mein erster Appell an dich. Wenn du im Training mit deinem Hund eine ruhige Haltung hast (also mental) so wird dein Hund selbst nicht aufgeregt und spinnerig. Wenn ich mit Baldur eine Übung mache, atme ich immer vorher kurz tief aus und stelle mich aufrecht hin (blick nicht ganze Zeit auf den Hund). Wenn du als „Führer“ dieser Übung einen souveränen Stand hast, hast du schon die halbe Miete bezahlt. 😀


2. Frage dich, warum dein Hund das nun machen soll?

Du möchtest zum Beispiel von deinem Hund (ob Welpe oder Senior ist hier erst einmal egal) das er sich ablegt und nicht wieder aufsteht wenn du ein paar Schritte weg gehst, also „Platz“ macht. Wieso sollte dein Hund das einfach so tun? Er lernt doch die ganze Zeit das es bei dir viel spannender ist, das es doof ist nur rumzuliegen und eben nicht aufstehen zu dürfen, auch unter Ablenkung.

Dein Ziel ist es einen positiven Verstärker, also eine Belohnung für die es sich wirklich lohnt, zu finden für die dein Hund Kommandos gerne macht. Ich nehme gerne das tollste Spielzeug das es für meine Buben auf der Welt gibt (für Baldur ist es ein Leuchteball oder eine Beißwurst) oder für kleinere Dinge auch einfach nur ein Stück getrocknetes Hühnerfleisch. Es sollte sich also schon mal lohnen den „Jackpot“ zu bekommen.


3. Mach es Verständlich

Ich sehe so oft Leute die ihren Hund wie ein Mantra: „Mach Sitz. Maaach Siiiiiiiiitz. Sitz! Sitzen, mein Schatz. Bitte, mach Siiiitz.“, vorbeten. Nun in den meisten Fällen sehe ich ratlose Blicke seitens des Hundes und kleine Schweißperlen auf der Stirn des Hundepapas. 😀

Wenn dein Hund ein neues Verhalten lernen soll, braucht er sehr viele erfolgreiche Wiederholungen davon, um es auch wirklich und sicher gelernt zu haben. Um ein neues Kommando zu lernen muss der Hund erst einmal verstehen, was du von ihm möchtest. Der Moment, wenn der Hund sich „aus Versehen“ hinsetzt ist der Moment wo du super mega riesig loben kannst und deinen Hund gehörig verwirren, 😉 aber damit kannst du aufbauen. Oder du hältst ihm ein kleines Leckerli vor die Nase (halte es gut in der Hand fest) und wenn er daran schnüffelt, schiebst du deine Hand langsam nach oben und in seine Richtung – irgendwann wird der Popo einfach aufsetzten und „Tadaa!“ der kleine Schatz sitzt!


4. Fang auch mal von vorne an

Wenn du merkst dein Hund macht nur jedes 5. Mal den „Befehl“ richtig und zögert nicht, hat er die neue Übung nicht komplett verstanden/erlernt. Anstatt an dem Punkt unbeirrt weiter zu machen, kann es eine große Hilfe sein die Übung noch einmal von 0 aufzuziehen. Beginne noch mal von vorn und nimm dir Zeit, der Fortschritt wird sich schnell einstellen.


5. Filme eure Übung

Spiel bei deinen eigenen Übungen mal Mäuschen und sieh es dir als Außenstehender an. Stelle dir beim Ansehen der Videos folgende Fragen:

  • Bin ich ruhig und stehe aufrecht? (sofern es die Hundehöhe auch zulässt :D)
  • Wie klingt meine Stimme?
  • Ist mein Hund aufmerksam und bestätige ich ihn rechtzeitig?
  • Lobe ich richtig?
  • Was kann ich besser machen?

Mir hilft es immer ungemein meine Übungen selbst zu betrachten und das Training zu reflektieren. Ich sehe meine eigenen Fehler besser und kann diese Stück für Stück verbessern. Auch sehe ich die Reaktion meines Hundes deutlicher, als wenn ich neben ihm stehe und mitten in der Situation bin.

Hier ein kleiner Einblick wie ich mit unserem Jüngsten, Phelan, im Juni mit ihm „Fuß“ und „Hier“ geübt habe. Der kleine Mann war zum Zeitpunkt der Aufnahme 9 Wochen alt. (In diesem kurzen Video war es mir vor allem wichtig ihn unter Ablenkung abzurufen und das „Fuß“ trotz ablenkendem Frisbee zu üben.)


6.Stell dir einen Wecker

Über motivierte Hundemamas erzählen mir oft, mit vollem Stolz, dass sie eine Stunde geübt haben. Aber sind dann trotzdem am Ende ihrer Erzählung enttäuscht, weil es doch nicht so gut geklappt hat, wie sie es sich gewüscht hatten.

Nun, wieso nur? Wenn ich eine volle Stunde mit Keksen vollgestopft werden würde, weil ich Pfötchen geben soll, fände ich das schon toll. Aber ich wäre nach der Hälfte der Zeit vermutlich überfüllt an Keksen und Input.

Nehmt euch die Zeit in kleineren Einheiten zu üben: Eine Viertelstunde „Sitz“, 20 Minuten „Fuß“ und vielleicht 30 Minuten „Bring“ – dazwischen Spiel und Entspannung Pausen. So habe ich zwar auch eine Stunde geübt, aber mein Hund hatte die Gelegenheit das Erlebte zu verarbeiten, sich zu entspannen und hat nicht das Problem das er vor lauter Keksen die Übung nicht mehr sieht. 🙂 Stell dir also einen Timer um die Zeit im Auge zu behalten.


7. Lobe richtig

Ich kann dir beim besten Willen nicht sagen wie oft dieser Satz aus meinem Mund kommt, wenn ich mit jemanden trainiere. „Lob deinen Hund richtig!“ (Ja, den Befehlston hast du richtig gelesen 😉 )

Haare raufen und Schweißausbrüche sind nur ein Teil meiner Reaktion, wenn ich sehe wie Person X seinem Hund völlig unmotiviert sein Leckerli reinschiebt und dazu monoton „Fein.“ sagt. Was ist das denn für ein Jackpot? Lobe ausgiebig, zwar nicht so dass dein Hund völlig aus dem Häuschen ist aber in dem Maße dass er eindeutig spüren kann dass er etwas „Super Mega Klasse!!“ gemacht hat. Wie soll dein Hund denn motiviert an eine Übung gehen, wenn du den „Hype“ nicht vermittelst? Damit komme ich auch zum nächsten Punkt:


8. Authentisch bleiben

Angenommen du bist bei einer Vorlesung, einer Theateraufführung oder weiß der Geier was für einer Veranstaltung und denkst dir nach 10 Minuten: „Oh mein Gott! Das ist doch nicht sein Ernst?“ – Ja genau das denkt sich dein Hund auch wenn du mit einem aufgesetzten Lächeln sagst: „Komm „Fuß“ mein Schnuckiputz.“

„Der beste Hundeführer, muss der glaubhafteste Schauspieler sein.“, das wurde mir früher immer wieder eingebläut. Und genau so ist es auch.

Spiele keine halbherzige Show vor, sondern freue dich wirklich mit deinem Hund. Zeige Ärger, wenn du ein unerwünschtes Verhalten nicht möchtest, aber übertreibe es nicht. Immer daran denken, wenn du es dir nicht abkaufst macht es dein Hund auch nicht.


9. Nimm dir Zeit

Nichts ist Kontraproduktiver als ein Training in dem der Hundebesitzer ständig aufs Handy guckt, auf die Uhr schielt oder immer wieder telefoniert: „Ja, ich komme gleich. Nein, wir brauchen nicht mehr lange und ja ich bringe Eier mit.“, na super -.- So hätte ich als Hund auch ganz große Freude am Üben.

Nimm dir also die Zeit für euer Training und lass einfach mal dein Handy da, wo es sein sollte, wenn du mit deinem Hund am Üben bist: Einfach mal weg!


10. Zu guter Letzt: Kontinuität

Ja, dieses Wort gibt es wirklich und ja, ich meine das ernst. Kontinuität im Hundetraining ist so wichtig wie die richtige Bestätigung!

Wenn du immer gleich lobst, stetig übst, immer die gleichen Kommandos oder Worte für das Gleiche verwendest und wenn du immer (ich meine wirklich immer) authentisch bleibst; dann wird euer Training auch erfolgreich sein.

Wenn du also am Donnerstag sagst: „Ich habe heute keine Lust/Zeit zu üben.“ dann lass es auch. Mach die Übung am Freitag motiviert und mit Zeit, so bist du auch entspannter dabei. Aber nicht dass jetzt jeden Tag Donnerstag ist. 🙂


 

Ich hoffe ich habe bei den 10 Punkten nicht etwas vergessen und ich konnte dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben. Lass es mich wissen, wenn doch Mal etwas nicht geklappt hat, vielleicht entdecke ich noch etwas, was du nicht siehst.

 

Ansonsten wünsche ich dir und deinem Hund ein tolles Training und viel Erfolg bei euren Übungen,

 

 

the small pack

 

Loading Likes...

Bloggerin, Hundemama und kreativer Kopf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.